Pilz Services reichen von der Risikobeurteilung über das Sicherheitsdesign und -konzept bis hin zur

Pilz Services reichen von der Risikobeurteilung über das Sicherheitsdesign und -konzept bis hin zur Implementierung sowie Validierung. Pilz ist eines der wenigen Unternehmen, das als Bevollmächtigter auftreten und die Verantwortung für die Konformitätsverfahren der CE-Kennzeichnung übernehmen kann.

Eine Optimierung oder Erweiterung von Produktionsanlagen benötigt ein angepasstes Sicherheitskonzept. Besteht eine Anlage aus Elementen unterschiedlicher Hersteller und Lieferanten, stellt sich nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG die Frage, wer am Ende die CE-Zertifizierung übernimmt. Das Unternehmen Sika wählte mit Pilz einen Partner, der eine intelligente Sicherheitslösung entwarf und die Konformität der Gesamtanlage bestätigte.

Bei Sika mit Hauptsitz im schweizerischen Baar stand im Rahmen einer Produktionszusammenlegung am Standort Sarnen die komplette Revision einer bestehenden Folienproduktionslinie an. Sika ist ein global tätiges Unternehmen der Spezialitätenchemie, beschäftigt knapp 16.000 Mitarbeiter und ist Lieferant die Bau- sowie die Fertigungsindustrie. Das Produktsortiment umfasst unter anderem hochwertige Betonzusatzmittel, Spezialmörtel, Dicht- und Klebestoffe, Dämpf- und Verstärkungsmaterialien.

Die rund 40 Meter lange, fünf Meter breite und etwa acht Meter in der Höhe messende Anlage bei Sika besteht im Kern aus einer Abwickler-, der zentralen Extrusions- und einer Aufwickler-Einheit. Mit dem Umzug nach Sarnen sollte die 20 Jahre alte Anlage auf den Stand der Technik gebracht werden.

„Die zentrale Extrusionseinheit wollten wir erhalten, sie musste in Teilen jedoch modernisiert werden. Den Aufwickler hatte man erst kurz zuvor erneuert, der Abwickler sollte neu beschafft werden“, erinnert sich Bruno Kiser, Leiter IH-Management bei der Sika-Tochter Sika Manufacturing an den Beginn des Projektes. Mit dem Ergebnis, dass die optimierte Anlage einschließlich der neu zu installierenden zentralen Steuerung nunmehr aus Elementen unterschiedlichster Hersteller und Lieferanten bestand.

Anspruchsvoller CE-Zertifizierungsprozess

Soweit kein Problem, doch wenn sich, wie hier am Beispiel Sika, der Charakter und das Risikopotenzial einer Maschine durch wesentliche An- und Umbauten ändern, kommt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zum Tragen. Die Schweiz hat sich dazu verpflichtet, nach dieser Richtlinie zu verfahren. Auf der Grundlage einer soliden Risikobeurteilung muss dargestellt werden, welche Risiken bestehen und wie diesen begegnet werden soll, um letztlich Unfälle zu vermeiden und eine größtmögliche Sicherheit für Mensch und Maschine zu gewährleisten.

Die Risikobeurteilung, die Ermittlung der geforderten Performance Level, die darauf aufbauende Erstellung eines Sicherheitskonzeptes und schlussendlich die CE-Zertifizierung stellen eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die viel Fachwissen und Detailkenntnisse erfordert. Bei einer komplexen Anlage, die aus Maschinenelementen unterschiedlicher Hersteller besteht, muss sinnvollerweise bereits in der frühen Planungshase geklärt werden, wer schlussendlich bestätigen wird, dass die Gesamtanlage den Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entspricht.

Technologie und Sicherheitsberatung

Den gesamten Prozess selbst zu managen und die jeweiligen Projektpartner selbst zu organisieren, kam jedoch nicht in Frage. „Wir haben zum Glück rasch erkannt, dass uns dafür die Erfahrung, das Spezialwissen sowie Manpower und Zeit fehlen. Wir haben uns daher für eine individuelle Unterstützung durch einen Experten von außen entschieden“, ergänzt Kiser.

Beim Thema Sicherheit besann man sich schließlich auf den langjährigen Partner Pilz. 2009 führte Pilz den ersten Dienstleistungsauftrag bei Sika aus, technische Komponenten von Pilz bezieht das Unternehmen bereits seit vielen Jahren. Der Sicherheitsexperte bietet Beratungen und Technik entlang des gesamten Lebenszyklus einer Anlage einschließlich des CE-Zeritifizierungsprozesses an.

Maschinensicherheit von Pilz

Pilz Services reichen von der Risikobeurteilung über das Sicherheitsdesign und -konzept bis hin zur Implementierung sowie Validierung. Pilz ist eines der wenigen Unternehmen, das als Bevollmächtigter auftreten und die Verantwortung für die Konformitätsverfahren der CE-Kennzeichnung übernehmen kann.

Mit dem neuen Steuerungskonzept, so lautete die Forderung, musste ein modernes kostengünstiges Sicherheitskonzept einhergehen, das weder das Handling noch die Produktivität einschränken durfte. Großen Wert legte man bei Sika auch darauf, im Rahmen des Beratungsprozesses den Aufgabenumfang, die Zuständig- und Verantwortlichkeiten der einzelnen Projektpartner klar zu definieren sowie eigene Vorstellungen einzubringen und umsetzen zu können.

Umfassendes Dienstleistungs- und Beratungsangebot

Produktionskontrolle bei Sika

Bruno Kiser von Sika (links) und Beat Eugster, Senior Consultant von Pilz (rechts) bei der Beratung für das geeignete Sicherheitskonzept.

Auf der Grundlage der Risikobeurteilung erstellte Pilz ein Sicherheitskonzept, das nicht nur höchste Sicherheitsstandards, sondern gleichzeitig die geforderte Anlagenproduktivität erfüllt.

Das Konzept beinhaltete die Erarbeitung von mechanischen, elektrischen sowie weiteren Engineering-Lösungen für die Maschinensicherheit, die Anwendung der Normen und Richtlinien nach dem aktuellen technischen Stand, die Festlegung des Performance Levels (PL), sowie die Berücksichtigung der Maschinenverfügbarkeit und Produktivität.

Zum Dienstleistungs- und Beratungsangebot von Pilz zählte beim Retrofit der Folienproduktionsanlage darüber hinaus die komplette Ablaufplanung, die Beratung bei der Vertragsgestaltung mit anderen Unternehmen, die Übermittlung relevanter Sicherheitsfunktionen an den Steuerungshersteller, das Einfordern von Bedien- und Wartungsvorschriften für die einzelnen Anlagenteile, die Prüfung sämtlicher sicherheitsrelevanter Einrichtungen nach der Installation.

Ein weiterer Punkt war das Zusammenführen und Ergänzen der einzelnen Betriebsanleitungen zu einer für das Gesamtsystem gültigen Betriebsanleitung. Zu guter Letzt stellte Pilz die EG-Konformitätserklärung aus.

Die erneuerte Anlage ist nun CE-konform. Den aktuellen Produktivitätsanforderungen entsprechend steht sie dem Fertigungsprozess wieder für einige Jahre zur Verfügung, das Sicherheitskonzept entspricht aktuellen Standards.

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