Condition-Monitoring-Lösungen am Rotorblatt 1

Für Transparenz sorgt ein neuer Strommesswandler.

Betreiber, die ihre Windenergieanlagen möglichst effizient betreiben möchten, benötigen kontinuierlich Informationen über den aktuellen Zustand von Geräten und Funktionen. Mit dem neuen ACT20C-Modul bietet Weidmüller einen Strommesswandler zum gezielten Überwachen und Optimieren von Windenergieanlagen an: Vorbeugende Instandhaltungsstrategien lassen sich mittels Informationen über Betriebsbedingungen und Anlagendaten der angeschlossenen Geräte umsetzen.

Eine Ethernet-Schnittstelle gestattet den einfachen Zugriff auf die gewünschten Informationen: Die im ACT20C-Gateway erlangten Daten werden per Modbus-TCP oder OPC bereitgestellt oder lassen sich in einer FDT-Rahmenapplikation direkt anzeigen. Die Software-Konfiguration der Module basiert auf den FDT- und FDT2-Standards.

Besuchern in Husum bietet das Unternehmen noch mehr Neues: An einem etwa vier Meter langen Exponat präsentiert es erstmalig seine neuen Systemlösungen für verschiedene Anwendungen am Rotorblatt. Beim Schraubenmonitoring überwacht ein System das Platzen der Schraubverbindung, ein zweites System das Anzugsmoment.

Bei System eins wird ein leitfähiger Lack auf den Schraubenkopf aufgetragen, sobald die Schraubverbindung platzt, wird das Signal unterbrochen – und ein Alarmsignal ausgegeben. Zur Überwachung des Anzugsmoments wird ein Ultraschallsignal in die Verbindung geschickt und die Signallaufzeit gemessen – treten Abweichungen auf, erfolgt eine automatische Alarmierung.

Das Anti-Icing-System an der Vorderkante des Rotorblatts stellt in kalten Regionen sicher, dass die Anlagen in Frostmonaten sichere Erträge liefern und maximal verfügbar sind. Sobald Bedingungen für eine Eisbildung vorhanden sind, schaltet sich die Anlage automatisch ein und enteist die Rotorblattkante. Ein funkgesteuertes Blitzmessgerät registriert und dokumentiert erhöhte Stromimpulse.

Um die Belastung der Anlage zu dokumentieren, werden die Ergebnisse gezählt und mit Datum sowie Uhrzeit versehen, um so eine vereinfachte Ursachenermittlung durchführen zu können. Anlagenbetreiber wissen so, wie hoch die Belastung der Schutzelemente ist. Via optischer Dehnungsmessstreifen (DMS) erfolgt die Blattwurzelüberwachung. Der DMS erfasst Formänderungen – Dehnungen und Stauchungen – an der Oberfläche von Bauteilen.

Bei Abweichungen leitet das System Maßnahmen ein. Für die Schleifringübertragung offeriert Weidmüller ein redundantes System zum Datentransfer zwischen Gondel und Nabe. Und schließlich: Die in einer Windenergieanlage erfassten Daten können zum Auswerten durch ein Condition Monitoring- und Diagnose-System in einer Cloud gesichert und bereitgestellt werden. aru