Roboter-Mensch, Bild: © zinkevych - Fotolia.com
Roboter arbeiten in Zukunft nicht nur in der Industrie, sondern auch im medizinischen Bereich immer enger mit dem Menschen zusammen. Bild: © zinkevych - Fotolia.com

Aber nicht nur als „Bringdienste“ können Roboter den Menschen in der Pflege unterstützen. Sondern sie können auch als technisches Kraftpaket dienen und körperlich entlasten. „Intelligente Lifter mit Assistenzfunktionen könnten ähnlich wie Einparkassistenten im Auto die Positionierung am Patientenbett unterstützen. Menschen aufrichten, umlagern, hochheben, das geht ja auf die Knochen. Durch mechanische Unterstützungssysteme könnten wir dazu beitragen, dass der Beruf des Pflegers wieder attraktiver wird“, sagt Graf.

Ein Beispiel dafür ist der Roboter Robear von der japanischen Firma Riken. Der Krankenpfleger-Roboter kann mit dem Tablet gesteuert werden und hebt Patienten etwa vom Bett in einen Rollstuhl. Er wiegt 140 Kilogramm, hat ein feines Übersetzungsverhältnis und kann Teile seines Fahrwerks zur besseren Kippsicherheit ausfahren. Riken erklärt, dass der Roboter vor allem dem Pflegepersonal die Arbeit erleichtern sollen. Speziell zum Transport in den Rollstuhl seien solche Roboter gut geeignet und könnten helfen, Rückenschmerzen beim Pflegepersonal zu vermeiden. Bislang ist aber noch kein Robear-Roboter im Einsatz.

Pflege der Zukunft

Einen Schritt weiter ging der Elektronikkonzern Panasonic bereits in Japan. Vor gut 14 Jahren eröffnete der Konzern in der Nähe von Osaka ein High-Tech-Pflegeheim, in dem die Bewohner mit allem technisch Möglichen überwacht wurden: Toilettensitze, die Alarm schlugen, wenn jemand auffällig lange sitzen blieb; Halsketten mit Bewegungssensor, die meldeten, wenn ein Bewohner wegzulaufen drohte. Es gab jedoch Anlaufschwierigkeiten. Trotz aller Technik-
affinität der Japaner gingen den Bewohnern ein paar der Ideen zu weit – zum Beispiel die Anti-Weglauf-Halskette, die daraufhin wieder abgeschafft wurde.

In Deutschland setzen Unternehmen bisher vor allem auf Ambient-Assisted-Living-Konzepte. Hierbei handelt es sich um Technik, die in die Wohnung eingebaut wird, um die Bewohner dezent in ihrem Alltag zu unterstützen. Intelligente Überlaufsysteme für die Badewanne etwa, die in Wohnungen von Menschen mit beginnender Demenz selbst das Wasser stoppen können; mit Notrufzentralen vernetzte Rauchmelder oder Bewegungssensoren in der Wand gehören dazu, die registrieren, wenn der Bewohner gestürzt ist und entsprechend ein Signal an den ambulanten Pflegedienst übermitteln. Einige Techniken gibt es bereits am Markt, sie sind aber nur wenig verbreitet.

Viel Potenzial sieht Fraunhofer-Expertin Graf im Bereich der Serviceroboter: „Wir sehen Roboter als nächste Generation der Haushaltsgeräte. Als Waschmaschinen aufkamen, wurden sie kritisch beäugt, mittlerweile sind sie mehr als Standard. Der Benutzer sollte aber immer die Kontrolle haben. Roboter können nicht selbstständig Entscheidungen treffen. Sie brauchen einen Menschen, der ihnen sagt, was sie tun sollen.“

Definition: Der Pflegeroboter

Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Manche verfügen über natürlich-sprachliche Fähigkeiten, sind lernende und intelligente Systeme. Einige Patienten bevorzugen Maschinen gegenüber Menschen bei bestimmten Tätigkeiten, etwa Waschungen im Intimbereich. Andere Tätigkeiten, vor allem sozialer Art, scheinen ungeeignet für Pflegeroboter zu sein. Therapieroboter sind nahe Verwandte, Sexroboter ferne. (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)