Bei der Vorbereitung des Kreativmeetings sollte man daran denken, dass Räume, Ausstattung und Lichtverhältnisse unbewusst auf Stimmung und Wohlbefinden des Menschen wirken. In einem kleinen engen und dunklen Raum ist es schwierig, ein Gefühl von geistiger Weite zu verspüren. Hier gilt das Prinzip: Alles wirkt! – auch unbewusst. Für eine ideale Umfeldgestaltung sind folgende Faktoren ausschlaggebend:

  • Ist der Raum groß genug für die Teilnehmenden?   
  • Ist der Raum wirklich ein Rückzugsort, an dem konzentriert gearbeitet werden kann?
  • Ist der Raum weit genug von den tagesgeschäftlichen Geschehnissen entfernt?
  • Gibt es nahe gelegene Möglichkeiten für Gruppenarbeitsphasen und kreative Schaffensinseln?
  • Ist die Beleuchtung angenehm und blendfrei?
  • Ist ausreichend Moderationsmaterial (Flipchartpapier, verschiedenfarbige und farbkräftig schreibende Stifte, Moderationskarten, und so weiter) vorhanden?
  • Sind alle unnötigen Möbel aus dem Raum entfernt oder in eine Ecke geräumt?
  • Sind die Kabel der elektrischen Geräte stolperfrei verlegt?
  • Gibt es Getränke direkt im Raum?
  • Ist der Raum in den Pausen zu lüften?
  • Kann man in den Pausen auch mal an die frische Luft gehen?

Kreativer Schutzraum für die Ideenfindung

Regeln und Rahmenbedingungen für die Ideenfindung sind im „8 x 1 der Ideenfindung“ definiert (siehe Kasten). Diese bilden ein solides Fundament, um die Ideenfindungstechnik verlässlich anzuwenden. Sich zu Anfang des Kreativmeetings die Regeln gemeinsam bewusst zu machen, ist eine wichtige Vorbereitungsaufgabe und ein einstimmendes Ritual in eine ergebnisreiche Ideenfindung. Wichtig ist, in der Arbeitsgruppe Gleichberechtigung als Basis einer erfolgreichen Ideenentwicklung zu vereinbaren. Im Vorfeld sollte der Zeitrahmen für die Ideenfindung (30 bis 50 Minuten) festlegt und später durch die Teilnehmer vollständig ausgenutzt werden. Außerdem sollte es freie Flächen, Platz zum Ausbreiten sowie die Möglichkeit, ungestört zu arbeiten, geben.

Die Arbeitsgruppe sollte vereinbaren, dass ihr Ziel die systematische Produktion von möglichst vielen Ideen ist. Jede Idee ist willkommen! Die Ideen werden kurz und konkret formuliert. Jeder Teilnehmer sollte und darf eigene Ideen mit den anderen Teilnehmer/innen teilen und Ideen der anderen aufgreifen und weiterentwickeln. Dazu gehört es auch, eine kritikfreie Zone zu schaffen, in der verbale, akustische, mimische und gestische Kritik unterbleibt.
Außerdem sollte die Gruppe einen Moderator bestimmen, der die Kreativ-Session leitet und die Beiträge visualisiert. Und schließlich: Vor der Anwendung der Ideenfindungstechnik sollte die Gruppe verbindlich klären, von wem die durch die Technik entstehenden Ideen genutzt werden dürfen.

Ideenfindungstechniken sind innovationsfördernde und kreativitätsunterstützende Denkwerkzeuge. Eine empfehlenswerte Alternative zum oft eingesetzten Brainstorming ist der morphologische Kasten. Dieser funktioniert so: Man legt man eine Matrix an, vertikal werden Merkmale der zu bearbeitenden Aufgabe definiert. Diese sollen voneinander unabhängig, allgemein gültig und relevant für die zu lösenden Aufgabe sein. Den einzelnen Merkmalen werden dann horizontal mögliche Ausprägungen zugeordnet. Lösungsalternativen generiert man durch das Verknüpfen einzelne Ausprägungen innerhalb der Matrix. Damit ergeben sich zahllose Kombinationen einzelner Bausteine

Das 8x1 der Ideenfindung

Wie man mit acht Tipps für kreative Rahmenbedingungen sorgen kann:

  1. Arbeitsgruppe aus vier bis acht Personen zusammenstellen. In dieser Arbeitsgruppe Gleichberechtigung als Basis einer erfolgreichen Ideenentwicklung vereinbaren.
  2. Zeitrahmen für Ideenfindung (30 bis 50 Minuten) festlegen und auch vollständig ausnutzen.
  3. Für Freiraum zum Arbeiten sorgen, das heißt freie Flächen, Platz zum Ausbreiten, die Möglichkeit ungestört zu arbeiten.
  4. Vereinbaren, dass das Ziel der Arbeitsgruppe die systematische Produktion von möglichst vielen Ideen ist. Jede Idee ist willkommen! Ideen kurz und konkret formulieren.
  5. Eigene Ideen mit den anderen Teilnehmer/innen teilen und Ideen der anderen aufgreifen und weiterentwickeln.
  6. Kritikfreie Zone schaffen und verbale, akustische, mimische und gestische Kritik unterlassen.
  7. Einen Moderator bestimmen, der die Kreativ-Session leitet und die Beiträge visualisiert.
  8. Vor der Anwendung der Ideenfindungstechnik verbindlich klären, von wem die entstehenden Ideen genutzt werden dürfen.

Über die Autorinnen

autorinnen

Annette Blumenschein (li.), Inhaberin von Advanced Training Blumenschein in Frankfurt am Main, arbeitet als Management-Beraterin und Trainerin für Kreativ-Kompetenz, Innovation und Führung deutschlandweit. Außerdem ist sie als Moderatorin für das Netzwerk „Querdenker International“ tätig.

Ingrid Ute Ehlers (re.), Inhaberin der Expertenkooperation Produkt und Konzept, ebenfalls in Frankfurt am Main, ist Management-Beraterin mit internationaler Projekterfahrung. Als Trainerin und Moderatorin ist sie tätig in der Vermittlung von Kreativ-Kompetenz, im Projektmanagement und in Veränderungsprozessen..

Gemeinsam haben beide bereits mehrere Fachbücher zum Thema Kreativität veröffentlicht.

 

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